Jetzt kommt die Vielfalt der Welt nach Moabit. Eine Buchhandlung, geführt von der Literaturagentin Sharmaine Lovegrove. Die möchte den Verlagen zeigen, was sie falsch machen.
Wir haben unseren Veranstaltungskalender überarbeitet und um neue Quellen ergänzt. Hier ein Überblick über die wichtigsten Neuerungen:
1. Neue Filtermöglichkeiten
Am Donnerstag den 10. Mai rieb sich so mancher Passant im Bereich Turm-/Beusselstraße erstaunt die Augen: Aus der Huttenstraße kommend marschierten rund 700 Belegschaftsmitglieder der Siemens-"Turbine" mit lautstarkem Tamtam bis zur westlichen Turmstraße. Dort fand eine etwa 1-stündige Kundgebung der IG Metall statt. Der Warnstreik hatte um 9.15 Uhr in der Turbinenfabrik begonnen. Vom Treffpunkt auf dem Werkshof zogen die Streikenden zuerst durch alle Fabrikhallen, dann raus durchs Haupttor in Richtung Turmstraße.
Um was geht’s: Die Forderungen der IG Metall in der laufenden Tarifrunde sind 6,5% mehr Lohn/Gehalt, unbefristete Übernahme der Auszubildenden nach der Lehre und Verbesserungen für die Beschäftigten in Leiharbeit. Bei offiziell 104 Milliarden Euro Gewinn der 30 führenden Industriekonzerne Deutschlands (Quelle: SPIEGELonline, 21.3.12) eine eher bescheidene Forderung. Mehrfach prangerten Redner die empörend niedrige Leiharbeiterbezahlung an – bis zu 40% unter Tarif für die gleiche Arbeit – und betonten die notwendige Solidarität zwischen Stammbeschäftigten und Leiharbeitern. Die Meinungen gingen von "Leiharbeit fair bezahlen" bis "Leiharbeit abschaffen!"
Da die Metallarbeitgeber-Seite sich bisher weitgehend stur stellt, ja sogar Gegenforderungen nach Arbeitszeitverlängerung aufstellt, wird es wohl zu weiteren Warnstreiks, eventuell sogar zu Urabstimmung und Streik in der Metallindustrie kommen, wie ein IG-Metall-Redner erklärte. Die Siemens-Turbinenfabrik in Moabit mit ihren gut 3000 Beschäftigten ist eine der Bastionen der IG Metall im Berliner Raum in dieser bundesweiten Auseinandersetzung.
Nachfolgend einige Bilder des Demonstrationszuges aus dem Bereich Huttenstraße/ Turmstraße.
Zur Übernahme von Alstom: Gefahr oder Chance? (Tagesspiegel)
rbb-online: 400 Stellen sollen im Siemens-Gasturbinenwerk gestrichen werden (Tagesspiegel). Daran gibt es viel Kritik, Gespräch des Regierenden Bürgermeisters angekündigt (rbb).
Vattenfall kauft Gasturbine bei Siemens für Kraft-Wärme-Kopplung in Marzahn (Tagesspiegel).
Die ersten Siemens-Turbinen nach Ägypten wurden verladen (B.Z.) und die Berliner Morgenpost berichtet über die Investitionen in Moabit zur Brennerfertigung.
Alles ist vergänglich. Bei manchen Dingen macht uns das traurig, bei anderen freut es uns. Und Street Art wäre ohne gar nicht denkbar. Schade nur, dass es so schwer ist, das zu akzeptieren.
Man weiß erst, was man hatte, wenn es fort ist. Mit dem Merhaba Discount geht ein Herzstück des Moabiter Lebens verloren. Aber die Menschen werden seiner gedenken.
Die Berliner Kinos leiden. Die Besucher bleiben weg und das Geld fehlt gerade den kleinen Betreibern. Wenn die Kinos sterben, geht eine jahrhundertealte Tradition verloren. Und ein Stück Demokratie.