Mitten auf der Waldstraße hat ein unscheinbares Juwel 20 Jahre lang darauf gewartet, entdeckt zu werden. Jetzt bekommt Baran die Anerkennung, die sein Döner verdient. Wir testen ihn pro forma nochmal nach.
Moabit hat ein neues, altes Hotel. Das MoaHotel hat sich von den Ketten des Franchise gelöst und will zu einem Anker des Kiezes werden. Aber ist das mehr als ein Marketing-Versprechen?
Von überall tönt es her „Moabit wird gentrifiziert“. Reiche kommen und kaufen Wohnungen. Mieten steigen und verdrängen diejenigen, die auf niedrige Mieten angewiesen sind.
Nun haben wir vor Weihnachten die neuen Bewohner im frisch renovierten Haus besucht und immerhin acht der neuen Parteien angetroffen. Mit ein paar Willkommenstüten gefüllt mit Informationen zu Bürste e.V., einer LiesSte, etwas Informationsmaterial zu Moabit und etwas Weihnachtlichem, einem Granatapfel und Schokolade mit Gebrannte-Mandel-Geschmack ausgestattet, machten wir uns auf um Willkommen zu sagen. Schon an der Haustür wären wir fast gescheitert, weil ein neues Haus ja verschlossen ist, und die Tür und Sprechanlage ja noch neu und mit einfachen Mitteln nicht zu überlisten sind. Wir hatten Glück, jemand kam heraus und erlaubte uns freundlich unsere Mission fortzusetzen.
Die Überraschung, mit der wir selbst nicht gerechnet hätten: sieben von acht der neuen Bewohner wohnten bereits vorher in Moabit und haben sich entschlossen in Moabit eine Wohnung zu erwerben und Miete gegen Zins zu tauschen. Es sind vor allem Familien mit Kindern und Paare, die in Moabit bleiben wollen und für die der Erwerb einer Eigentumswohnung ein klares „Ja“ für Moabit bedeutet.
Es wird häufig diskutiert, dass bildungsnahe Schichten die Stadtteile im Zentrum verlassen und in die Peripherie ziehen, wenn die Kinder schulpflichtig werden. Das Angebot Eigentum zu erwerben könnte aber auch ein Argument sein zu bleiben und die Schulfrage anders als durch Flucht zu lösen.
Der plumpe Schrei „Wandel sei Gefahr allein und nicht auch Chance“ scheint zumindest an dieser Stelle nicht das allgemeine Vorurteil zu bestätigen, dass uns Fremde unsere Stadt entreißen.
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