Sie lauern in Berliner Grünanlagen, attackieren hilflose Omas, Parkbankschläfer und Kinder. Die Eichenprozessionsspinner, auch bekannt unter ihrem Gang- und Sprühernamen EPS. Wir haben mit verschiedenen fiktiven Moabitern gesprochen: Wie verbringen sie ihren Alltag in Zeiten des Ausnahmezustands?
Sie wollten sich vielleicht schon längst mal mehr bewegen und Petras Selbstversuch beim Joggen und an den Sport- und Fitnessgeräten im Fritz-Schloß-Park hat Ihnen gezeigt: aller Anfang ist schwer, aber mit Humor wird’s schon gehen. Sind Sie dann erst mal unterwegs, treffen sie vielleicht ein paar junge Balancekünstler, die ihre Leinen zwischen den Bäumen gespannt haben. Ganz entspannt laufen sie übers schwankende Seil und üben dabei ihren ganzen Körper. Einfach genial diese neue Trendsportart auf den Schlappseilen.
Thomas, 28 Jahre aus der Rathenower Straße und Jörg, 29 Jahre aus der Guerickestraße treffen sich regelmäßig zum „slacklinen“ im Fritz-Schloß-Park, in den Rehbergen oder manchmal auch im Friedrichshain. Thomas ist seit letztem Sommer dabei, Jörg erst seit März. Erfunden haben diesen Sport Bergsteiger in den 70er Jahren. Im Unterschied zum aus dem Zirkus bekannten Stahlseil, sind die Slacklines dehnbar. Als Anfänger muss man nicht viel investieren, ein Seil von 15 – 20 Meter Länge reicht für den Beginn. Die Ausrüstung mit Ratschen, Haken und Matten zum Schutz der Bäume passt in einen Rucksack. Fortgeschrittene müssen schon etwas mehr mit sich schleppen. Denn ein 100 Meter langes Seil muss mit einem Kettenzug gespannt werden. Diese Ausrüstung wiegt dann schon 20 Kilo. Schlacklinen schult Körperbeherrschung, Gleichgewichtssinn und Konzentration, besonders auf längeren Strecken. Der ganze Körper arbeitet mit. „Ich habe am Anfang jede Menge Muskeln gespürt, von denen ich gar nicht wusste, dass es sie gibt. Bisher hatte ich sie also kaum benutzt“, erzählt Jörg.
Immer gibt es Zuschauer und besonders die Kinder wollen auch mal probieren „über‘s Seil zu laufen“. Und das gehört auch dazu. Es ist eine kommunikative Sportart. Der 12jährige Onur aus der Birkenstraße ist schon zum dritten Mal dabei. Er macht enorme Fortschritte. Auf dem Foto sieht es zwar so aus, als ob er gleich abstürzt, doch hat er sich noch einmal gefangen und weitere Schritte geschafft.
Wer jetzt neugierig geworden ist, kann sich auf dieser Webseite informieren und atemberaubende Bilder finden. Und wer Lust hat die jungen Slackliner im Fritz-Schloß-Park oder anderswo zu treffen, kann sich in eine mailingliste eintragen. Termine und Treffpunkte werden dann zugeschickt:
Sie lauern in Berliner Grünanlagen, attackieren hilflose Omas, Parkbankschläfer und Kinder. Die Eichenprozessionsspinner, auch bekannt unter ihrem Gang- und Sprühernamen EPS. Wir haben mit verschiedenen fiktiven Moabitern gesprochen: Wie verbringen sie ihren Alltag in Zeiten des Ausnahmezustands?
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