Jetzt kommt die Vielfalt der Welt nach Moabit. Eine Buchhandlung, geführt von der Literaturagentin Sharmaine Lovegrove. Die möchte den Verlagen zeigen, was sie falsch machen.
Wir haben unseren Veranstaltungskalender überarbeitet und um neue Quellen ergänzt. Hier ein Überblick über die wichtigsten Neuerungen:
1. Neue Filtermöglichkeiten
Mit der Geschichte der Turmstraße und insbesondere mit den Nutzungen an der Turmstraße wird sich der neue VHS-Kurs der Geschichtswerkstatt Tiergarten beschäftigen, der am 16. September 2014 beginnt.
Angelegt wurde die Straße im Jahre 1818 auf dem Grund eines schon lange bestehenden Heerweges. Jahrhunderte schon hatte der Spandauer Heerweg die Stadt Berlin-Cölln mit der Zitadelle Spandau verbunden, zunächst etwa dort, wo heute die Straße Alt-Moabit verläuft, nach der Einzäunung des Kleinen Tiergartens als Jagdrevier ab 1656 parallel dazu nördlich. Den Namen erhielt die "Thurmstraße" allerdings erst einige Jahre nach ihrem Ausbau, 1827. Damals soll bei guter Sicht in beiden Richtungen ein Kirchturm zu sehen gewesen sein, der Turm der Nicolaikirche in Spandau nach Westen zu und nach Osten der Turm der Sophienkirche, zu der bis zum Bau von St. Johannis 1835 auch die Moabiter Gläubigen hinpilgern mussten. Zu dieser Zeit war die Turmstraße auch noch ein wenig länger, sie reichte nämlich bis zur Heidestraße, wie auf dieser Karte von 1837 zu erkennen ist. Erst 1846 wurde der Exerzierplatz angelegt - dort befindet sich jetzt das Poststadion und der Fritz-Schloß-Park -, um den die Straße dann herumgeführt werden musste im Verlauf der heutigen Seydlitzstraße. Wenn wir jetzt gerade beim Namen sind, sollte auch noch erwähnt werden, dass die Turmstraße nach dem 2. Weltkrieg für einige Monate Ernst-Thälmann-Straße hieß.
Zu Beginn sah es noch recht ländlich aus an der Turmstraße, ein- und zweistöckige Gebäude mit ausgedehnten Gärten, solche Bauernhäuser sind längst nicht mehr vorhanden. Diese Illustration stammt aus der Chronik von Wilhelm Oehlert. Aber auch in späterer Zeit gab es noch Einzelhäuser mit Gärten wie die sog. "Villa Otzen", mit der sich die Geschichtswerkstatt schom beim Thema Wohnungsbau beschäftigt hatte.
Auf die landwirtschaftliche folgte die industrielle Nutzung - die Turmstraße wurde ein Standort der frühen Metallindustrie, wovon wir bei der Führung am 23. September noch Spuren entdecken können. Schließlich avancierte die Turmstraße zu einer beliebten Einkaufsstraße mit mehreren Kaufhäusern und unzähligen Geschäften auch in den Nebenstraßen. Noch in den 1960er Jahren wurde sie "der Kudamm des Nordens" genannt. Illustriert wird
Die Geschichtswerkstatt wird sich mit den vorhandenen Daten, Fotos, Plänen und Zeitungsartikeln auseinandersetzen. Die einzelnen Teilnehmer werden an drei Terminen abschnittsweise versuchen in Eigenarbeit eine Geschichte der Nutzungen zusammenstellen, die dann als Plan oder möglicherweise als Ausstellung gezeigt werden kann. Wer alte Fotos oder Zeitungsausschnitte aus der Turmstraße beisteuern möchte, ist herzlich eingeladen. Ebenso erwünscht sind Geschichten und Berichte über Geschäfte, Kneipen, Handwerksbetriebe oder Häuser der Turmstraße.
Alles ist vergänglich. Bei manchen Dingen macht uns das traurig, bei anderen freut es uns. Und Street Art wäre ohne gar nicht denkbar. Schade nur, dass es so schwer ist, das zu akzeptieren.
Man weiß erst, was man hatte, wenn es fort ist. Mit dem Merhaba Discount geht ein Herzstück des Moabiter Lebens verloren. Aber die Menschen werden seiner gedenken.
Die Berliner Kinos leiden. Die Besucher bleiben weg und das Geld fehlt gerade den kleinen Betreibern. Wenn die Kinos sterben, geht eine jahrhundertealte Tradition verloren. Und ein Stück Demokratie.