Bald wieder Wasser für den Moabiter Stadtgarten am ZK/U
Nach Jahren der erzwungenen Dürre bekommt der Stadtgarten nun eine neue Wasserleitung, auch Dank Bernd Vohwinkel. Warum das so lang gedauert hat.
Nach Jahren der erzwungenen Dürre bekommt der Stadtgarten nun eine neue Wasserleitung, auch Dank Bernd Vohwinkel. Warum das so lang gedauert hat.

Bernd Vohwinkel hat einen kritischen Geist und eine große Liebe zu Pflanzen und Bäumen. Vor seiner Rente war er beim Grünflächenamt in Mitte angestellt, zuletzt beim Baumkataster. Seit 2021 arbeitet er in Teilzeit als Gärtnermeister beim Zentrum für Kunst und Urbanistik (ZK/U). Dort ist er zuständig für Rasenschnitt, Bewässerung, Pflege von Pflanzen und Müllsammeln. Im Norden Moabits gibt es nur wenige Grünflächen, weshalb viele Menschen den kleinen Park zur Naherholung nutzen. Nur droht dieser nun zu verwüsten. Und doch gibt es Hoffnung.
Die bei der Anlage 2012 gepflanzten Obstbäume auf der abschüssigen Wiese sehen schon seit langem nicht mehr gut aus. Der Boden ist zu sandig und ausgelaugt, ein Jahrzehnt lang wurde nicht gedüngt. Erst Vohwinkel hat es geschafft, dass im Rahmen des Projektes „ClimArt“ (https://www.zku-berlin.org/de/projekte/climart/ ) der notwendige Dünger finanziert wurde. Aber der allein reicht in Zeiten steigender Temperaturen nicht aus.
Im Juni 2025 wurde der Grundwasserbrunnen, mit dem Vohwinkel bisher die Bäume, Sträucher und Rasenflächen bewässert hatte, wegen Kontaminierung abgebaut. „Gefahr für Menschen“, erklärte das Umwelt- und Naturschutzamt Mitte nach einer Wasserprobe im Dezember 2024. Deshalb sorgt sich Vohwinkel bereits zwei Sommer lang um den Erhalt der Parkanlage.
Bereits 2012 beim Bau des Parks mit der integrierten Gartenanlage war an eine mögliche Bodenkontaminierung gedacht worden, denn das Gelände war früher ein Bahnstandort. Deshalb hat die aktuell von den Naturfreunden verwaltete Gartenanlage auch einen Trinkwasseranschluss für die Bewässerung bekommen, weil hier Nutzpflanzen wie Gemüse, Kräuter und Beeren angebaut werden. Und es wurde festgelegt, dass das Wasser aus dem Brunnen regelmäßig untersucht werden muss. Über die Obstbäume auf dem Hügel wurde dabei anscheinend nicht extra nachgedacht.

Zwischenzeitlich wurde über die Aufstellung von Regentonnen diskutiert, aber alleine die Kübelpflanzen auf der Terrasse benötigten 60 Liter pro Tag. Das wird also kaum reichen. Über den bestehenden Trinkwasseranschluss des ZK/U-Gebäudes kann der ganze Park natürlich nicht bewässert werden, diese Leitung ist nicht ausreichend dimensioniert.
Zwar hat sich das Straßen- und Grünflächenamt Mitte (SGA) seitdem bemüht, eine neue Wasserleitung legen zu lassen, doch die notwendigen Genehmigungen und Anträge dauerten lange – ein halbes Jahr Schriftverkehr alleine mit den Wasserwerken.
Eine Information, über welche Schadstoffe es sich handelt, hat Vohwinkel nie erhalten. Erst auf MOAZIN Anfrage erklärte das Umwelt- und Naturschutzamt Mitte, dass der Schadstoff, der im Brunnenwasser nachgewiesen wurde, Vinylchlorid sei. Dieses wird als krebserregend eingestuft. Die Grenzwerte sind seit 2005 unverändert und entsprechen der Trinkwasserverordnung. Das Umwelt- und Naturschutzamt fürchtete, dass durch die weitere Brunnennutzung das restliche Grundwasser kontaminiert würde. Deswegen empfahl es die Brunnennutzung einzustellen.
“So weit, so sinnvoll”, sagt Vohwinkel. “Aber dass es so lange dauert, bis dem Gärtner das nötige Wasser zur Verfügung gestellt wird, ist bei trockenen Sommern halt ein Problem.”
Am 22. September wurde nun mit dem Bau des neuen Wasserschachts begonnen. Doch es geht recht langsam voran. Wenn der neue Schacht fertig ist, muss noch die Leitung angeschlossen und überprüft werden, wo sich ein undokumentiertes Leck befindet. Das ZK/U und Vohwinkel sind dennoch optimistisch. “Jetzt kommt ja erst das Winterhalbjahr und im nächsten Sommer dürfte die neue Leitung endlich funktionieren”, sagt er.
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