Seit wenigen Monaten versucht eine junge Kneipenbesitzerin die Barlandschaft Moabits zu revolutionieren. Mit freundlichem Konzept und Strenge schafft sie ein Umfeld, das alle ansprechen kann. Sofern sie sich benehmen.
Seit letzter Woche fasten Musliminnen und Muslime auf der ganzen Welt. Abends wirken die Moabiter Restaurants jetzt festlicher denn je. Vielen Außenstehenden ist die Praxis des Ramadan fremd. Aber müssen sie deshalb so ignorante Fragen stellen?
Vor genau einem Jahr, am 2. Mai 2008 eröffneten die sechs internationalen Galerien in der „Halle am Wasser" ihre ersten Ausstellungen. Bereits 2007 hatten die ersten Galerien alte Fabrikgebäude westlich der Heidestraße bezogen. Länger schon wurde auch die Clubszene dort als Geheimtipp gehandelt. Ein neues Kunstquartier ist in der sprichwörtlichen Wüste um den Hauptbahnhof am Rand von Moabit entstanden. Die Wüste lebt! Jetzt ein Jahr später haben auch die Außenanlagen Gestalt angenommen. Eigentlich sollten sie schon im Oktober 2008 fertig sein.
1,4 Millionen Euro hat das Immobilienunternehmen Vivico in die alte 2.500 m2 große Lagerhalle investiert. Pottarchitects hat den Ausbau der Halle geplant und mit einer Umhüllung aus Plastikstoffplanen die interessante Gestalt ohne rechte Winkel entwickelt. Für die Gestaltung der Freiflächen sind W+P Landschaften verantwortlich, ausgeführt von "den Grünflächenmanagern". Diese dienten bisher als riesiger wilder Parkplatz. Jetzt ist vor der Halle eine große Aktionsfläche geschaffen worden, abgepollert mit Bügeln und Betonklötzen. Stolperfallen im Kopfsteinpflaster wurden repariert und der Weg am Wasser mit einem Geländer gesichert. Damit es möglich ist bei Bedarf eine Verbindung vom Hamburger Bahnhof zu den Außenanlagen zu öffnen, wurde ein Teil der Hecke umgepflanzt. Ganz neu sind die auch als Sitzplätze zu nutzenden "Rasenhügel". Für die Freiraumgestaltung sind 200.000 Euro aus dem Programm Stadtumbau West (SUW) in die Umgebung der Halle investiert worden. Es ist das erste Projekt in Mitte, bei dem Geld aus dem SUW für private Investoren zur Verfügung gestellt wird. Das entspricht dem Ziel dieses Förderprogramms, denn Orte sollen interessant gemacht werden, um private Investitionen anzuregen. Doch ob es an dieser Stelle wirklich notwendig war?
Die Einrichtung dieses Kunst-Campus zwischen dem Museum für Gegenwartskunst im Hamburger Bahnhof und der Friedrich Flick Sammlung in der Rieckhalle sowie den Galerien in der Halle am Wasser soll der Entwicklung des zukünftigen Stadtquartiers Heidestraße Auftrieb geben.
Eigentlich hatte Pottarchitects noch mehr Vorschläge um Aufmerksamkeit für den Kunst-Campus herzustellen und zwar ein interessantes Beleuchtungskonzept. Auch Hinweissäulen waren an den Eingängen vorgesehen. Doch dafür ist vorerst noch kein Geld da. Jedenfalls nicht aus öffentlichen Fördergeldern.
Seit neuestem präsentiert FRISCH vor der Halle die Skulptur "Katharsis for the Masses" von Stéphane Pencréac'h (Foto rechts). Der Galerist äußert sich in der Wochenendausgabe der Berliner Zeitung begeistert über diesen Ort. Eindrücke von der Eröffnung im Mai 2009 finden sich hier. Und wer sich für die schon älteren Kunstwerke im Außenraum am Hamburger Bahnhof interessiert, findet bei Vilmoskörte die Erklärungen.
Nachtrag: Alles Geschichte! Die Halle ist längst abgerissen, trotz der imposanten Gestaltung durch Pott Architects, Fördermittel für so eine kurzfristige Freiraumgestaltung, nun ja! Seit November 2013 hat die Vermarktung der 120 Eigentumswohnungen, die die Groth Gruppe dort baut, begonnen.
Seit letzter Woche fasten Musliminnen und Muslime auf der ganzen Welt. Abends wirken die Moabiter Restaurants jetzt festlicher denn je. Vielen Außenstehenden ist die Praxis des Ramadan fremd. Aber müssen sie deshalb so ignorante Fragen stellen?
Wenn Menschen ihr Platz in der Gesellschaft vorenthalten wird, müssen sie sich andere suchen. Die Kunstgruppe MoArts bietet genau diese Räume. Nun zeigt sie ihre Jubiläumsausstellung aus 15 Jahren Kreativität.
Mitten auf der Waldstraße hat ein unscheinbares Juwel 20 Jahre lang darauf gewartet, entdeckt zu werden. Jetzt bekommt Baran die Anerkennung, die sein Döner verdient. Wir testen ihn pro forma nochmal nach.