Café Riviera: Eine Moabiterin gegen die minderwertige deutsche Kaffeekultur
Ein italienisches vegan-vegetarisches Bistro füllt Mägen und wärmt Herzen auch am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag. Die Besitzerin ist eine Frau von Welt.
Ein italienisches vegan-vegetarisches Bistro füllt Mägen und wärmt Herzen auch am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag. Die Besitzerin ist eine Frau von Welt.

Mirca Mantero kennt Barack Obama und Angela Merkel und hat das vegan-vegetarische Café Riviera in der Jagowstraße vor allem eröffnet, weil die deutsche Kaffeekultur ihr nicht passte. Die 68-jährige Italienerin Mantero macht das Gebäck, die Gnocchi und alle anderen köstlichen Gerichte selbst. Sie kreiert neue Leibspeisen: Kuchen für 3,70 Euro, Tarts, Pies, süßes und salziges Gebäck – alles mit einem ligurischen Dreh. Und das alles nur, weil sie als Frau von Welt in Moabit keinen guten Espresso fand.
Mantero schreibt auf ihrer Webseite: „Ligurien ist ein schmaler Landstreifen zwischen Toskana und der französischen Côte d'Azur. Unsere Rezepte basieren traditionell auf frischem Gemüse, meist Auberginen, Zucchini und Artischocken, Hülsenfrüchten und unserer berühmtesten Soße, dem Basilikumpesto.“
Den Mittagstisch bietet das Café Riviera von Mittwoch bis Montag ab 12 Uhr in kleinen Portionen für 9 Euro und in großen für 12 Euro an. Bei einer großen Portion Auberginen liegen fünf Stück auf dem Teller. Die Großzügigkeit geht nicht zu Lasten des Geschmacks, im Gegenteil: abwechslungsreiche Lasagne-Variationen beleben im Winter die Geschmacksnerven auf eine überraschend artistische Weise.

Zum Frühstück gibt es zum Beispiel frisch gepressten Orangen/Zitronen/Pampelmusensaft für 3,50 Euro beziehungsweise 5,50 Euro und ein selbstgemachtes Birchermüsli – viele Beeren, Früchte und Nüsse inklusive. Im Sommer kann man unter einem der Sonnenschirme Platz nehmen. Aber der frische Zitronen-Salbei-Tee für 3,20 Euro schmeckt beutelgeplagten Teeliebhaber*innen bestimmt zu allen Jahreszeiten. Außergewöhnlich lecker und bekömmlich, weil nicht so fetthaltig wie sonst oft, die Pastéis de Nata für 2,70 Euro.
Die Besitzerin Mirca Mantero kam zu Beginn ihrer Rentenzeit nach Berlin. Hier suchte sie vergeblich nach einem richtig guten Espresso, wie sie sagt. Vorher arbeitete sie 30 Jahre lang als Wirtschafts- und Finanzjournalistin und lernte darüber einige der wichtigsten Menschen der Welt kennen. Als ihr argentinischer Bekannter Toni seinen Laden in der Jagowstraße aufgeben wollte, habe sie sich im März 2022 für Moabit entschieden. Die Raumgestaltung in den argentinischen Flaggenfarben Blau, Weiß und Gelb habe sie von ihm übernommen und nur mit mediterraner Deko ergänzt. Seither befindet sich ein ligurischer Küstenstreifen in Moabit. Mit einer Ukrainerin und einem Engländer aus Oxford holte sie sich zusätzlich internationale Unterstützung ins Team. Und Mirca hat sich in ihrem Bistro den Wunsch nach einem exzellenten Espresso selbst erfüllt, einfach 2,10 Euro/doppelt 3,10 Euro.

Gemeinsam bieten sie Catering für private und berufliche Anlässe an. Speisen können auch in eigenen mitgebrachten Behältern das Haus verlassen. Die Anmietung des Bistros für private Events ist möglich. Für Rollatoren überbrückt eine Mini-Rampe den erhöhten Eingang ins Bistro. Spiele für Groß (zum Beispiel Schach) und Klein stehen im familien- und tierfreundlichen Bistro genauso zur Verfügung wie Lesestoff und kostenfreies W-Lan.
Café Riviera
Preisklasse: 2/5
Jagowstr. 26, 10555 Berlin
Öffnungszeiten: Mo – So 9 – 18 Uhr/ Dienstag geschlossen
Di 25. und Mi 26.12. geöffnet
Folge uns auf Instagram und Faceboook und abonnier auch gern den Newsletter, über den wir bald einmal im Monat News und Events aus und in Moabit teilen.