Seit wenigen Monaten versucht eine junge Kneipenbesitzerin die Barlandschaft Moabits zu revolutionieren. Mit freundlichem Konzept und Strenge schafft sie ein Umfeld, das alle ansprechen kann. Sofern sie sich benehmen.
Seit letzter Woche fasten Musliminnen und Muslime auf der ganzen Welt. Abends wirken die Moabiter Restaurants jetzt festlicher denn je. Vielen Außenstehenden ist die Praxis des Ramadan fremd. Aber müssen sie deshalb so ignorante Fragen stellen?
Noch schweift der Blick hier ungewöhnlich weit bis in den Wedding. Das wird sich wohl bald wieder ändern, denn abgerissen wird meist nur dort, wo auch wieder etwas neues entstehen soll. Das Schild hatte ja schon seit Herbst angekündigt, dass hier ein weiteres Mietlager gebaut werden soll. Und zwar von der expandierenden Firma SelfStorage mit deutschem Hauptsitz in München. In Berlin gibt es von dieser Firma schon mehrere Lagergebäude. Gegründet wurde das Unternehmen 1999 in Österreich.
Der Bebauungsplan (B-Plan) wird zur Zeit bearbeitet. Dabei hat die Behördenbeteiligung ergeben, dass noch kleine Veränderungen nötig sind. Die Baugrenze muss weiter von den Widerlagern der Perleberger Brücke abgerückt werden. Außerdem musste noch ein Lärmgutachten erstellt werden, um zu klären, dass die gegenüberliegenden Wohnungen nicht zu stark belastet werden. Im B-Plan wird ein Gewerbegebiet festgelegt mit einem geringen Anteil an Einzelhandel. Entlang der Perleberger Straße können auf einer Länge von etwa 25 m Läden entstehen. Das Gebäude wird in etwa so hoch wie das Blaue Haus gegenüber.
Die öffentliche Auslegung des B-Planes steht in etwa 1 bis 2 Monaten an. Paul Visotschnig von SelfStorage hat uns freundlicherweise die Architekturbilder von Weickermeier, Kunz + Partner zu Verfügung gestellt (oben links die Ansicht von der Perleberger Straße aus, oben rechts die Ansicht von der Ellen-Epstein-Straße). Die im Herbst angestellte Überlegung, ob das neue Mietlager sich in der Farbe vom gelben Tolmien-Kasten an der Putlitzbrücke abheben wird, kann also beantwortet werden: ein rotes Haus gegenüber dem Blauen Haus, wenn auch bei beiden eher das Grau überwiegt.
Hier kann der Lageplan, der auch den zukünftigen Verkehrsknoten Perleberger / Lehrter / Quitzow / Ellen-Epstein-Straße zeigt, heruntergeladen werden. Bei der öffentlichen Auslegung des B-Planes geht es, wie zu erkennen ist, also auch um den neuen Platz an der Perleberger Straße. Hier sind auch Parkplätze vorgesehen.
Zum Schluss noch ein wenig Abschied vom Vergangenen (in Bildern): Die Firma Altmetalle Wasdrack ist schon lange in ihren Neubau ein Stück weiter in der Quitzowstraße umgezogen. Noch viel länger schon ist der Gebrauchtwagenhändler runter vom Gelände, auf das es vor Jahren mal einen Bombenanschlag gab, der schließlich aufgeklärt wurde. An Cosy-Wasch Ecke Lehrter Straße kann man sich schon kaum noch erinnern. Die letzten Nutzer der alten Gewerbeschuppen an der Quitzowstraße waren kreative Jugendliche, die sich hier ohne Angst vor Verfolgung künstlerisch betätigen konnten. Die Gebäude wichen nach und nach erst Lidl, dann Hellweg und der neuen Straße. Die letzten an der Perleberger Brücke wurden vor kurzem abgerissen.
Seit wenigen Monaten versucht eine junge Kneipenbesitzerin die Barlandschaft Moabits zu revolutionieren. Mit freundlichem Konzept und Strenge schafft sie ein Umfeld, das alle ansprechen kann. Sofern sie sich benehmen.
Seit letzter Woche fasten Musliminnen und Muslime auf der ganzen Welt. Abends wirken die Moabiter Restaurants jetzt festlicher denn je. Vielen Außenstehenden ist die Praxis des Ramadan fremd. Aber müssen sie deshalb so ignorante Fragen stellen?
Wenn Menschen ihr Platz in der Gesellschaft vorenthalten wird, müssen sie sich andere suchen. Die Kunstgruppe MoArts bietet genau diese Räume. Nun zeigt sie ihre Jubiläumsausstellung aus 15 Jahren Kreativität.