Warum Baran Döner mehr als nur Social- Media Hype ist

Mitten auf der Waldstraße hat ein unscheinbares Juwel 20 Jahre lang darauf gewartet, entdeckt zu werden. Jetzt bekommt Baran die Anerkennung, die sein Döner verdient. Wir testen ihn pro forma nochmal nach.

Warum Baran Döner mehr als nur Social- Media Hype ist

Einer der besten Dönerläden soll mitten in Moabit stehen. Das behaupten zumindest Soziale Netzwerke. Zum Baran Döner finden sich Promi-Empfehlungen Google-Reviews und begeisterte Videos. Doch wir wissen, Social Media überhöht gern. Wir wollen herausfinden: Überzeugt der Döner auch abseits der Kamera?

Um dem nachzugehen, fahren wir, mit der Buslinie 123 bis zur Haltestelle Turmstr./Beusselstraße. Auf der Mittelinsel, zwischen Köfte-Spezialitäten, einem DM und einem Rewe, befindet sich der Dönerladen, von dem sie alle reden. Trotz der rot-gelb-schwarzen Verkleidung mit Flammenmotiven geht Baran Döner im bunten Stadtbild beinahe unter. Kein modernes Design, keine auffällige Inszenierung – nur ein schlichter Imbiss, der hier schon seit 20 Jahren Wind, Wetter und Imbiss-Moden trotzt.

Auf Instagram ist das anders. Da finden sich nahezu ausschließlich Beiträge mit Personen des öffentlichen Lebens. Der deutsch-türkische Rapper Mero bezeichnet den Döner in der Waldstraße 1 als den besten in ganz Berlin. Auch auf YouTube loben Creator wie Arda Saccti oder AbuGoku den Laden. Beide haben über 600.000 Abonnenten. Besonders auffällig ist ein Video des YouTubers AbuGoku. Darin sitzt er gemeinsam mit Mero in einem Dönerladen, der nicht Baran ist. Während des Essens betont Mero mehrfach, dass der beste Döner Berlins für ihn seit Jahren Baran sei. Immer wenn er in Berlin sei, gehöre ein Besuch dort fest dazu. Als persönliche Empfehlung nennt er eine bestimmte Kombination: zuerst einen Döner, danach einen Hotdog mit Jalapeños und Käsesauce. 

Die Google-Bewertungen geben ihm Recht: Mit 4,7 Sternen hebt sich Baran Döner von vielen Imbissen ab. Unsere Erwartungen sind entsprechend hoch.

Innen ist dann wenig zu spüren vom digitalen Ruhm. Hier kommt es auf die inneren Werte an. Das Brot ist selbstgebacken, wodurch es außen knusprig und innen weich bleibt. Und sorgfältig zusammengestellte Komponenten stehen im Mittelpunkt. Hier merkt man die bewusste Auswahl statt Beliebigkeit. Die Zutaten wirken frisch vorbereitet, nicht vorportioniert oder lieblos geschichtet. Die Dönermänner setzen Petersilie und Zitronensaft gezielt ein, um Frische und Säure zu ergänzen. Auf Wunsch wird auch reduziert. Etwa weniger Zwiebeln oder Soße, ohne dass der Döner an Geschmack verliert. Das wirkt schon kaum noch nach Fast Food.

Wir bestellen einen vegetarischen Döner mit Schafskäse und den drei klassischen Soßen: Kräuter, Knoblauch und scharf. Alle sind selbstgemacht, dafür gibt es keien ausgefallenen Alternativen. Der Döner kostet sieben Euro und bewegt sich damit im mittleren Berliner Niveau. 

Der erste Biss überzeugt. Die Zutaten sind frisch, harmonieren miteinander und lassen den anfänglichen Zweifel verschwinden. Besonders die scharfe Soße sticht hervor. Sie ist kräftig und nichts für empfindliche Gaumen. Die Schärfe bleibt in Erinnerung, auch körperlich. Noch eine halbe Stunde später brennt uns die Zunge. 

Beim Salat verzichten wir auf Zwiebeln, da die Knoblauchsoße schon stark genug schmeckt. Der Dönermann rundet das Ganze mit Petersilie und einem Spritzer Zitrone ab. Das knusprig angebackene Brot hält die Füllung zusammen und so gibt es auch keine Sauerei. Dazu ein Multivitaminsaft, und unser Testgericht ist komplett.

Fazit:  Wer bei Baran Döner eine hippe Social-Media-Inszenierung erwartet, wird enttäuscht sein und genau das ist seine größte Stärke. Kein Neonlicht, kein TikTok-Spot, keine überladene Karte. Stattdessen ein Döner, der tut, was er soll: schmecken. Und zwar so gut, dass selbst Promis ihn lieber in fremden Dönerläden loben. 

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