Seit wenigen Monaten versucht eine junge Kneipenbesitzerin die Barlandschaft Moabits zu revolutionieren. Mit freundlichem Konzept und Strenge schafft sie ein Umfeld, das alle ansprechen kann. Sofern sie sich benehmen.
Seit letzter Woche fasten Musliminnen und Muslime auf der ganzen Welt. Abends wirken die Moabiter Restaurants jetzt festlicher denn je. Vielen Außenstehenden ist die Praxis des Ramadan fremd. Aber müssen sie deshalb so ignorante Fragen stellen?
Am 20. Januar beim Stadtteilplenum Moabit West berichteten Shiva Saber-Fattahy und Jutta Schauer-Oldenburg über die finanzielle Situation des Kiezmütter-Projekts in Moabit. Eine Woche vorher hatten die Kiezmütter vor dem Rathaus demonstriert und harrten dort etwa eine Stunde aus, bis während der Sitzung des Bezirksamts eine Pause vorgesehen war. Dafür kamen dann aber auch gleich alle Stadträte des Bezirks Mitte herunter und nicht nur Bürgermeister Hanke, der zuvor in Sprechchören von den in die Hände klatschenden Frauen dazu aufgefordert worden war. "Bürgermeister runter!", riefen sie oder alternativ auch "Raufgehen!"
Das mehrfach ausgezeichnete Integrationsprojekt läuft seit 2006 mit wechselnden Finanzierungen, zu Beginn als MüfüMü (Mütter für Mütter). Auch beim Neuköllner Stadtteilmütter Projekt, das im vergangenen Jahr sein zehnjähriges Bestehen feiern konnte, verlieren viele der ausgebildeten Stadtteilmütter ihren Job, obwohl sie dringend gebraucht werden. Die Bezirke können sich eine Regelfinanzierung nicht leisten, ob der Senat das Projekt in Zukunft übernimmt, wie der Regierende Bürgermeister Michael Müller angedeutet hat, ist ein Hoffnungsschimmer aber bisher noch unsicher.
Die Diakoniegemeinschaft Bethania, als Träger der Moabiter Kiezmütter, hat erst am 19. Dezember erfahren, dass das Projekt ab Januar nicht mehr finanziert ist. Obwohl die Integrationsbeauftragte des Senats die Gelder versprochen hatte, passte das Konzept der Kiezmütter jetzt plötzlich nicht zu den Kriterien des Topfes, aus dem es bezahlt werden sollte. Vielleicht kommen ab Juli Gelder aus dem sogenannten Netzwerkfonds, vielleicht. "Wir bemühen uns um eine Finanzierung", mehr konnte Bürgermeister Hanke letzte Woche nicht versprechen.
Der Quartiersrat Moabit West und das Stadtteilplenum haben ein Schreiben an die Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, Dilek Kolat, sowie an die Fraktionen in BVV und Abgeordnetenhaus gerichtet. Für die BVV am kommenden Donnerstag ist eine Aktuelle Stunde zu den Kiezmüttern anberaumt, in der sowohl die Bürgeranfrage von Jutta Schauer-Oldenburg als auch Anträge der Grünen- und Linken-Fraktion beraten werden. Außerdem wurde diese Große Anfrage gestellt. Vielleicht ein guter Anlass mal um 17:30 Uhr in die Karl-Marx-Allee 31 zu fahren und die Kiezmütter zu unterstützen!
Nachtrag: Übergangsfinanzierung bis Juni ist gesichert (Berliner Woche und Kommentar Nr. 2)
Das Projekt ist jetzt durch den Netzwerkfonds der Senatsverwaltung mit 240.000 Euro für 2015 und 2016 finanziert (Berliner Abendblatt).
Seit wenigen Monaten versucht eine junge Kneipenbesitzerin die Barlandschaft Moabits zu revolutionieren. Mit freundlichem Konzept und Strenge schafft sie ein Umfeld, das alle ansprechen kann. Sofern sie sich benehmen.
Seit letzter Woche fasten Musliminnen und Muslime auf der ganzen Welt. Abends wirken die Moabiter Restaurants jetzt festlicher denn je. Vielen Außenstehenden ist die Praxis des Ramadan fremd. Aber müssen sie deshalb so ignorante Fragen stellen?
Wenn Menschen ihr Platz in der Gesellschaft vorenthalten wird, müssen sie sich andere suchen. Die Kunstgruppe MoArts bietet genau diese Räume. Nun zeigt sie ihre Jubiläumsausstellung aus 15 Jahren Kreativität.