Seit wenigen Monaten versucht eine junge Kneipenbesitzerin die Barlandschaft Moabits zu revolutionieren. Mit freundlichem Konzept und Strenge schafft sie ein Umfeld, das alle ansprechen kann. Sofern sie sich benehmen.
Seit letzter Woche fasten Musliminnen und Muslime auf der ganzen Welt. Abends wirken die Moabiter Restaurants jetzt festlicher denn je. Vielen Außenstehenden ist die Praxis des Ramadan fremd. Aber müssen sie deshalb so ignorante Fragen stellen?
Einem Tschiiiiro! folgen muntere italienische Wortwogen. Das hört mensch im kleinen, gemütlichen Pranzetto da Ciro in der Reuchlinstraße 2 nahe der Kaiserin-Augusta-Allee öfter. Der geborene Italiener und gern in Berlin lebende Ciro Gargiulo ist dort seit einigen Wochen Gastwirt im besten Wortsinne. Und offenbar kommen auch zahlreiche seiner Landsmänner und -frauen gern mal vorbei. Der sprachliche Singsang erzeugt beinahe schon Urlaubsflair.
Der Blick aus den freundlichen Gasträumen auf die gegenüber liegenden GSG Gewerbehöfe Reuchlinstraße lässt ahnen, wo zahlreiche der Mittagsgäste herkommen. Einmal über die Straße gefallen und da sind sie. Auch eine kleine Ameisenstraße von Siemensianern aus dem Turbinenwerk scheint schon etabliert zu sein.
Das Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr geöffnete Pranzetto da Ciro bietet Caffè, Mittagstisch und Snacks an. Pranzo heißt soviel wie Mittagessen und Pranzetto ist sprachlich eine Verkleinerungsform davon. Ganz treffend übersetzen lässt es sich schwer. So etwas wie Happen oder Leckerei sei wohl passend.
Die durchaus positiv an schnittige Sportwagen erinnernde Kaffeemaschine ist von morgens bis zum Feierabendkaffee ein wichtiges Arbeitsgerät in der hellen Gaststube. Natürlich wird diese Maschine nur mit gutem italienischen Kaffee betrieben. Überhaupt legt Ciro Gargiulo Wert auf vernünftige italienische Zutaten, die neben seiner Liebe zum Essen Seele dessen sind, was die Gäste auf den Teller bekommen. Nicht wenige Lieferanten kennt er persönlich.
Vor dem Restaurant stehen eines Tages einige Tische und Bänke, auf die ab Mittag die Sonne scheint. Der Wirt deutet lächelnd auf die im Schaufenster gut sichtbar ausgehängte Sondergenehmigung für Schankvorgarten hin. Er legt Wert darauf, dass er sich auch in so einem Detail an die lokalen Spielregeln hält. Ciro Gargiulo lebt seit 1986 in Deutschland. Er verfügt über zahlreiche unterschiedliche Erfahrungen in der Gastronomie und hat einige Zeit darüber nachgedacht, ob und wo er den Schritt zum eigenen Restaurant gehen soll. Seit er die ersten Gäste in Moabit begrüßen durfte, strahlt der Mann und merkt, dass es für ihn die richtige Entscheidung war. Ihnen ein herzliches Buon Appetito!
Seit wenigen Monaten versucht eine junge Kneipenbesitzerin die Barlandschaft Moabits zu revolutionieren. Mit freundlichem Konzept und Strenge schafft sie ein Umfeld, das alle ansprechen kann. Sofern sie sich benehmen.
Seit letzter Woche fasten Musliminnen und Muslime auf der ganzen Welt. Abends wirken die Moabiter Restaurants jetzt festlicher denn je. Vielen Außenstehenden ist die Praxis des Ramadan fremd. Aber müssen sie deshalb so ignorante Fragen stellen?
Wenn Menschen ihr Platz in der Gesellschaft vorenthalten wird, müssen sie sich andere suchen. Die Kunstgruppe MoArts bietet genau diese Räume. Nun zeigt sie ihre Jubiläumsausstellung aus 15 Jahren Kreativität.