Seit wenigen Monaten versucht eine junge Kneipenbesitzerin die Barlandschaft Moabits zu revolutionieren. Mit freundlichem Konzept und Strenge schafft sie ein Umfeld, das alle ansprechen kann. Sofern sie sich benehmen.
Seit letzter Woche fasten Musliminnen und Muslime auf der ganzen Welt. Abends wirken die Moabiter Restaurants jetzt festlicher denn je. Vielen Außenstehenden ist die Praxis des Ramadan fremd. Aber müssen sie deshalb so ignorante Fragen stellen?
Der Schock war groß, als ich erfuhr, dass Hans-Gerd Staschewski, der Wirt der Zunftwirtschaft in der Moabiter Arminiushalle, am 15. Augusttödlich verunglückt ist.
Kennengelernt hatte ich ihn 2010, als er gerade aus Bremen nach Moabit gekommen war. Er schwärmte mir an der damaligen offenen Küche in der Zunfthalle begeistert davon vor, dass er bald saisonale Küche mit frischen Produkten aus dem Brandenburger Umland in der Halle anbieten wolle. Es sollte noch bis Mai 2011 dauern, bis dann unter seiner Leitung die Zunftwirtschaft eröffnete, und damit sein Traum von guter, frischer Küche wahr werden konnte. Zum Inbegriff davon wurde sein märkischer Tapas-Teller, er zierte das Titelblatt einer Ausgabe des Restaurantführers des Tip-Magazins, und auch in einem Radiobeitrag des RBB wurde er sehr positiv besprochen.
Mit Leidenschaft und Begeisterung machte er die Zunftwirtschaft zu einem gefragten Treffpunkt im Kiez. Und das auch im angeschlossenen Saal, den er zu einem beliebten Veranstaltungsort nicht nur für Firmen- und Familienfeste, sondern vor allem auch für Kultur aus dem Kiez für den Kiez machte – mit Kino, Lesungen und Musik.
So hinterlässt Hans-Gerd eine bleibende Spur in Moabit. Seine Freundlichkeit und Begeisterungsfähigkeit werden mir in Erinnerung bleiben, und wenn ich künftig in die Zunftwirtschaft gehe, die ganz sicher in seinem Sinne weiterbetrieben werden wird, wird er so manches Mal mit an meinem Tisch sitzen.
Text: Hans-Michael Stahl, Foto: Christoph Eckelt, bildmitte
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