Seit wenigen Monaten versucht eine junge Kneipenbesitzerin die Barlandschaft Moabits zu revolutionieren. Mit freundlichem Konzept und Strenge schafft sie ein Umfeld, das alle ansprechen kann. Sofern sie sich benehmen.
Seit letzter Woche fasten Musliminnen und Muslime auf der ganzen Welt. Abends wirken die Moabiter Restaurants jetzt festlicher denn je. Vielen Außenstehenden ist die Praxis des Ramadan fremd. Aber müssen sie deshalb so ignorante Fragen stellen?
Bis heute ist kaum bekannt, welches Ausmaß die Zwangsarbeit während des Zweiten Weltkriegs hatte. Weil immer mehr Arbeiter zur Wehrmacht eingezogen wurden, sind Millionen von Kriegsgefangenen, verschleppten Menschen aus den besetzten Gebieten, KZ-Häftlinge sowie auch einheimische Juden, Sinti und Roma zwangsweise in deutschen Betrieben eingesetzt worden. Insgesamt mussten 13 Millionen Menschen im Deutschen Reich Zwangsarbeit leisten, etwa 500.000 davon in Berlin. Es gab kaum einen Betrieb, der ohne sie auskam.
Auch in Moabit waren es Tausende, die in den großen Fabriken bei Loewe, Telefunken oder der AEG arbeiten mussten. Untergebracht waren sie teilweise in Wohnungen, viele aber auch in großen Lagern wie auf den Gebauerwiesen, wo sich heute der Großmarkt befindet. Etwa 80 Adressen sind allein in Moabit bekannt.
Der Verein “Sie waren Nachbarn” hat dazu gemeinsam mit dem Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit eine Ausstellung entwickelt, die ab sofort bis Ende Dezember 2021 im Schaukasten vor dem Rathaus Tiergarten gezeigt wird. Darin werden auch die Orte vorgestellt, in denen die ZwangsarbeiterInnen untergebracht waren.