Seit wenigen Monaten versucht eine junge Kneipenbesitzerin die Barlandschaft Moabits zu revolutionieren. Mit freundlichem Konzept und Strenge schafft sie ein Umfeld, das alle ansprechen kann. Sofern sie sich benehmen.
Seit letzter Woche fasten Musliminnen und Muslime auf der ganzen Welt. Abends wirken die Moabiter Restaurants jetzt festlicher denn je. Vielen Außenstehenden ist die Praxis des Ramadan fremd. Aber müssen sie deshalb so ignorante Fragen stellen?
Das Ehepaar Oskay, Teyfike und Sakir, haben in der Rathenower Straße 38 in den Räumen des ehemaligen Casablanca nach aufwendigen Renovierungsarbeiten einen schönen geräumigen Laden mit großer Theke eröffnet.
Der Name Kibo leitet sich aus dem Vornamen Kasim des Schwiegersohns und Kosenamen des Enkelkindes Ibo (Ibrahim) ab und ist gleichzeitig auch der Name des höchsten Berges Afrikas, der mit 5.895 m alle anderen Berge im Kilimandscharo-Massiv überragt.
Diese Information war aber bei der Geburt des Namens nicht bekannt und wurde erst durch einen Gast erfahren, der sich in der Bergwelt Tansanias bestens auskennt.
Im Kibo gibt es täglich hausgemachten Mittagstisch, zubereitet aus natürlichen, frischen Lebensmitteln für 3,80 Euro. Spezialitäten sind die gefüllten Auberginen von Herrn Oskay, frisch panierte Schnitzel und mit Liebe zubereitete Bouletten, z.B. mit leckerem Kartoffelsalat, der ohne Mayonnaise mit viel Kräutern angemacht wird.
Während ich an der Theke auf die gefüllten Teigtaschen aus dem Backofen wartete und wir über verschiedene Speisen aus meiner Heimat Bremen sprachen (Kohl und Pinkel, Labskaus) sprachen, erzählte mir Frau Oskay von Ihrem Treffen mit einer anderen Spezialistin für Teigtaschen am selben Nachmittag. Die beiden Frauen planten ihr Teigtaschen Know-How zum Wohle der Menschen im Stephankiez zu vereinen. Man kann gespannt sein auf das Ergebnis.
Das Kibo bietet von 7-2219 Uhr kalte und warme Speisen, einen Partyservice und im Sommer nach der Renovierung des Hausdaches vielleicht auch sonnige sichere Plätze vor dem Laden.
Zuerst erschienen in LiesSte, Zeitung für den Stephankiez, November 2009
Nachtrag: Es hat tatsächlich bis 2013 gedauert bis das Dach renoviert wurde und der Bauzaun endlich fort ist. Die Berliner Woche berichtete kurz über das Café mit dem günstigen Mittagstisch für 3,80 Euro.
Und dann hat der Vermieter zum 30. November 2014 gekündigt, wann das Bistro geschlossen wurde, wissen wir nicht genau, aber im Juni 2017 wird umgebaut.
Seit wenigen Monaten versucht eine junge Kneipenbesitzerin die Barlandschaft Moabits zu revolutionieren. Mit freundlichem Konzept und Strenge schafft sie ein Umfeld, das alle ansprechen kann. Sofern sie sich benehmen.
Seit letzter Woche fasten Musliminnen und Muslime auf der ganzen Welt. Abends wirken die Moabiter Restaurants jetzt festlicher denn je. Vielen Außenstehenden ist die Praxis des Ramadan fremd. Aber müssen sie deshalb so ignorante Fragen stellen?
Wenn Menschen ihr Platz in der Gesellschaft vorenthalten wird, müssen sie sich andere suchen. Die Kunstgruppe MoArts bietet genau diese Räume. Nun zeigt sie ihre Jubiläumsausstellung aus 15 Jahren Kreativität.