Seit wenigen Monaten versucht eine junge Kneipenbesitzerin die Barlandschaft Moabits zu revolutionieren. Mit freundlichem Konzept und Strenge schafft sie ein Umfeld, das alle ansprechen kann. Sofern sie sich benehmen.
Seit letzter Woche fasten Musliminnen und Muslime auf der ganzen Welt. Abends wirken die Moabiter Restaurants jetzt festlicher denn je. Vielen Außenstehenden ist die Praxis des Ramadan fremd. Aber müssen sie deshalb so ignorante Fragen stellen?
Der Begegnungsgarten (Alt-Moabit 25) ist ein junges Projekt der Kirchengemeinde Tiergarten, das neue Wege beschreitet, um partizipative Formen der Zugehörigkeit zu erproben und dabei mitten in Berlin einen grünen Fußabdruck zu hinterlassen. Geeignet für alle Gartenfreund:innen und solche, die es mal werden wollen, wenn sie groß sind. Vorkenntnisse nicht erforderlich. Es werden ab und an Beete und Plätze frei. Interessierte können sich melden unter: begegnungsgarten@ev-gemeinde-tiergarten.de
Vor langer Zeit waren der Begegnungsgarten und das benachbarte Gartenlokal zusammen ein riesengroßer Pfarrgarten. Mit Obstbäumen und Sandkiste. Mit Hühnerhof und Trompetenbaum. Die Familien der Pfarrer trafen sich hier und bauten in Beeten an, was das Areal am Rande der Moabiter Sanddüne so sprießen ließ. Um die 150 Jahre, zwei Weltkriege und eine Gemeindefusion später wird ein Teil dieses Gartens jetzt aus dem Dornröschenschlaf geküsst: als Projekt der Evangelischen Kirchengemeinde Tiergarten für Gartenfreund:innen im Herzen der Großstadt.
Alt-Moabit / Ecke Kirchstraße. Vom Sockel der alten Mauer aus und durch die Pforte an der Bushaltestelle kann man einen Blick in den Begegnungsgarten am alten Pfarrhaus von St. Johannis werfen. Zwischen Tiergarten und Biergarten ein sanfter Hügel, Sträucher und Blumen, ausuferndes Grün. In den alten Bäumen hängen Vogelhäuser. Naturzäune und Insektenhotels bieten vielen Tieren Schutz. Vielleicht sieht man auch uns dort, wie wir gießen und gärtnern. Unseren Chill-Bereich mit Strandkorb, unsere Spielinseln für die Kleinen, die Hochbeete, den Barfußpfad, die Boule-Bahn.
Aus einer ersten Grünflächen-Aufräumaktion ist 2019 eine kreative Gruppe entstanden, die sich jetzt mit Unterstützung der Kirchengemeinde Tiergarten um den Garten kümmert und ihn landschaftlich gestaltet. Wir haben eine Menge Ideen, praktische und verspielte, notwendige und dekorative, in jedem Fall nachhaltige und die Umwelt schonende. Aus dem über die Jahrzehnte verwilderten Grünland wird durch uns endlich wieder ein Platz für Begegnung - der Begegnungsgarten!
So ein Garten in der Großstadt ist eine echte Oase. Gerne besucht und ausgiebig genossen: von uns, von Gemeindegruppen und viel freundlichem Getier. Eine grüne Idylle für Groß und Klein, um - allein oder gemeinsam - anzubauen, zu gärtnern oder einfach nur durch die Blätter des alten Trompetenbaums in die Sonne zu blinzeln. Eine Idylle, ja, aber kein Ruhesitz, dafür ist rundherum in der Stadt dann doch zu viel los. Wir befinden uns hier schließlich mitten in Berlin. In Moabit. Hier kann man gut und gerne Wurzeln schlagen.
Seit wenigen Monaten versucht eine junge Kneipenbesitzerin die Barlandschaft Moabits zu revolutionieren. Mit freundlichem Konzept und Strenge schafft sie ein Umfeld, das alle ansprechen kann. Sofern sie sich benehmen.
Seit letzter Woche fasten Musliminnen und Muslime auf der ganzen Welt. Abends wirken die Moabiter Restaurants jetzt festlicher denn je. Vielen Außenstehenden ist die Praxis des Ramadan fremd. Aber müssen sie deshalb so ignorante Fragen stellen?
Wenn Menschen ihr Platz in der Gesellschaft vorenthalten wird, müssen sie sich andere suchen. Die Kunstgruppe MoArts bietet genau diese Räume. Nun zeigt sie ihre Jubiläumsausstellung aus 15 Jahren Kreativität.