Seit wenigen Monaten versucht eine junge Kneipenbesitzerin die Barlandschaft Moabits zu revolutionieren. Mit freundlichem Konzept und Strenge schafft sie ein Umfeld, das alle ansprechen kann. Sofern sie sich benehmen.
Seit letzter Woche fasten Musliminnen und Muslime auf der ganzen Welt. Abends wirken die Moabiter Restaurants jetzt festlicher denn je. Vielen Außenstehenden ist die Praxis des Ramadan fremd. Aber müssen sie deshalb so ignorante Fragen stellen?
"kommerzkino" klingt vielleicht für manche ein wenig nach Geldverdienen - aber nein! Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei! Mit diesem neuen Projekt der Historikerin Maren Dorner, die "Kino für Moabit" mit dem Kinocafé Mitte 2011 gestartet hat, und der Filmwissenschaftlerin Nathalie Dimmer möchten die beiden Macherinnen ausdrücklich "das Kino für die Nachbarschaft zurück erobern. Raus aus den Wohnzimmern, aber nicht in die großen Säle der Multiplexe. Gewinnen sollen alle am kulturellen Austausch."
Kino soll wieder um die Ecke stattfinden. Im besonderen Interieur eines Ladens, getragen vom Charisma seiner Betreiber/innen.
Wie das geht, können Sie heute Abend im "Frisör Saloon" von Marianne Graff in der Bremer Straße 71 um 19 Uhr erleben. Gezeigt wird CARAMEL (N. Labaki, 2008), eine libanesische Beziehungskomödie um fünf lebenslustige Freundinnnen, die in einem Friseur- und Schönheitssalon spielt.
Kürzlich startete diese Reihe mit MON ONCNCLE (J.Tati, 1958) im Vintage-Laden"einrichtungsmeisterei" in der Oldenburger Straße 3a und HIGH FIDELITY (S. Frears, 2000) im Plattenladen "Vinyl Berlin" in der Oldenburger Straße 4b. Aber auch vorher schon hat "Kino für Moabit" sich manchmal thematisch am Veranstaltungsort orientiert. Ich erinnere mich an eine wirklich gruselige Doku über industrialisierte Landwirtschaft im Bioladen "natur&more", der übrigens auch in der Oldenburger Straße liegt - es scheint die beliebteste Straße für das "Wanderkino" zu sein.
Die neue Reihe "kommerzkino" soll das Konzept des wandernden Kinos erweitern, der Filmraum soll sich ausweiten, mit dem Zuschauerraum verschmelzen, den Betrachter integrieren und dabei alle am kulturellen Austausch teilhaben und gewinnen.
Dorner und Dimmer zeigen Filme in Geschäften, wählen sie gemeinsam mit den Gewerbetreibenden aus und stimmen die Präsentation thematisch auf das Sortiment ab. An die Veranstaltungen schließen sich gesellige Gespräche an, die sie fachkundig moderieren. Der leuchtende Projektorkasten macht in den Schaufenstern auf die Kinoabende aufmerksam. Achten Sie darauf!
Auch Sie können mitmachen! Die Initiatorinnen wollen die Einwohner/innen und Gewerbetreibende von Moabit ermutigen, das "kommerzkino" mitzugestalten. Vorschläge von Filmen, die zu bestimmten Geschäften passen, oder Geschäften, in denen besondere Filme laufen könnten, schicken Sie bitte an die unten genannte Adresse.
Die nächste geplante Veranstaltung: FRÜHSTÜCK BEI TIFFANY (B. Edwards, 1961) in der Galerie und Schmuckwerkstatt "plattform.moabit", Oldenburger Straße 3a / 15. November 2015 / 11:00 Uhr
Seit wenigen Monaten versucht eine junge Kneipenbesitzerin die Barlandschaft Moabits zu revolutionieren. Mit freundlichem Konzept und Strenge schafft sie ein Umfeld, das alle ansprechen kann. Sofern sie sich benehmen.
Seit letzter Woche fasten Musliminnen und Muslime auf der ganzen Welt. Abends wirken die Moabiter Restaurants jetzt festlicher denn je. Vielen Außenstehenden ist die Praxis des Ramadan fremd. Aber müssen sie deshalb so ignorante Fragen stellen?
Wenn Menschen ihr Platz in der Gesellschaft vorenthalten wird, müssen sie sich andere suchen. Die Kunstgruppe MoArts bietet genau diese Räume. Nun zeigt sie ihre Jubiläumsausstellung aus 15 Jahren Kreativität.